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TOBACCO BLUES
In der Kneipe an der Ecke zweier Allerwelts-Gassen,
Ellbogen auf ameisenroter Bierdunst-Theke,
Behelfsjeans, die auf Eisenhocker sitzt,
Zieht er ein Päckchen US-Zigaretten hervor.
Haste mal Feuer ?
Mit der wortkargen Stimme des Stammgasts, der alle Tage kommt,
Verlangt er vom Wirt - der, wie man spürt, im voraus gut gelaunt und mitverschworen -
das übliche Halbe mit blass-gelbem Schaum;
Das Bier hat die Farbe der Zärtlichkeit und glänzender Augen.
Hast du mich ein bisschen gern ?
Mit Gasfeuerzeug, nicht mit altmodischen Streichhölzern,
Zündet er die weißbäuchige, zylindrische Zigarette an;
Aus rotglühendem Feuer entspringt eine Wolke, die schwindet,
Und von den blutroten Lippen des Schmollmündchens sickert ein Nebel.
Der Himmel ist blau !
Er fühlt gern zwischen Zeige- und Mittelfinger dieses Tabakröllchen;
Er klebt gern diesen gelben Filter an seine Lippen und zieht daran gern
Mangels Lippen, die er als Schüler nicht küsste, auf die er nicht mehr hofft,
Und der Rauch das ist Wärme des Bauchs oder gütiger Höhle.
Das Blau deiner Augen !
Teer verdunkelt die Kehle und Luftröhre;
Nikotin entnervt und tötet durch krebserzeugende Seuche;
Aber der Rauch hat die Farbe von Schaum und menschlicher Wärme;
Asche ist für die Erde, aber der Rauch steigt zum Himmel.
Hast du mal Feuer,
Dass wir uns lieben?
Patrick ARDUEN
Aus der Sammlung „Le Plantaire celtique“
Übersetzung von Markus Lakebrink